Die ältesten Formen des Tauziehens gehen zurück auf die altertümlichen Riten vieler Stämme und Länder, so z.B. auf Borneo und Halmahera sowie Indien und Burma. Tauziehen anlässlich ritueller Begräbnisse war ein Symbol für die Auseinandersetzung zwischen „Gut und Böse“. Ein Sieg bei einem Rituellen Tauziehen bedeutete viel mehr als nur eine sportliche Leistung. Ausser den asiatischen Ländern ist Tauziehen auch in den Ritualen Afrikas und Amerikas als auch in Ozeanien bekannt.
Im Laufe der Zeit wandelte sich Tauziehen zum Sport und verlor damit seine mystische Macht und die damit verbundenen rituellen Zeremonien.
Tauziehen entwickelte sich zu einem reinen Kraftwettbewerb.
Wandmalereien, erstellt ca. 2500 v. Chr., im Grab von Merea – ku in Sakkara (Aegypten), zeigen zwei Knabenmannschaften. Die drei Mitglieder jeder Mannschaft klammern sich mit ihren Armen um die Hüften des Vordermannes, während sich die beiden Mannschaftsführer mit den Händen festhalten. Auf diese Weise wurde Tauziehen auch in Korea und einigen Stämmen Indiens betrieben. Etwa 500 v. Chr. wurde Tauziehen von den Griechen als echter Wettkampfsport ausgetragen oder als Training für andere Sportarten betrieben. In Westeuropa beginnt die Geschichte des Tauziehens um 1000 n. Chr. Mythen und Sagen aus diesem Heldenzeitalter zeigen, dass in Skandinavien und Germanien Tauziehen anlässlich der sogenannten Kampfspiele stattgefunden hat. Im 15. Jahrhundert erscheint Tauziehen als Sport in französischen Schlossgärten. Später wurde Tauziehen auch in Grossbritannien als Wettkampf betrieben. Bereits in dieser Zeit wurden Regeln angewendet.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann man den Sport zu organisieren. Daraus entstanden die olympischen Spiele der Neuzeit. Von 1900 bis 1920 war Tauziehen olympische Disziplin. Als das IOC im Jahre 1920 beschloss, die Anzahl der Disziplinen zu reduzieren, wurde Tauziehen unglücklicherweise aus dem olympischen Programm gestrichen. Dieser Entscheid hat die Entwicklung des Tauziehens internationaler aufgehalten.
Dass Tauziehen ausschliesslich in bestehenden nationalen Verbänden integriert war und diese wenig Interesse am Tauziehen hatten, führte dazu, dass eigene nationale Verbände gegründet wurden. Als erster nationaler Verband wurde der schwedische Tauziehverband, Svenska Dragkamp Forbundet, gegründet. Diesem Beispiel folgten später auch andere europäische Länder. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wird Tauziehen auf allen Kontinenten national organisiert und betrieben.
Nachdem die nationalen Tauziehverbände gegründet waren, wuchs das Bedürfnis nach internationalen Wettkämpfen und Meisterschaften. Die Initiative zur Gründung eines Internationalen Verbandes wurde 1960 vom englischen Verband ergriffen. In Zusammenarbeit mit dem Schwedischen Verband wurde diese Idee in die Realität umgesetzt. Die erste Versammlung der TUG of War International Federation, TWIF, fand 1964 annlässlich der Baltischen Spiele in Malmö statt. 1965 wurden die ersten Europameisterschaften in Crystel Palace in London durchgeführt und 1975 die ersten Weltmeisterschaften, nachdem nicht europäische Länder der TWIF beigetreten waren.
Seit dieser Zeit werden jährlich abwechslungsweise Welt- oder Europameisterschaften ausgetragen.
Die TWIF ist Vollmitglied der General Assocition of International Sports Federation (GAISF) und Mitbegründer der Weltspiele (World Games).





