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TWIF Kongress 2008

Der TWIF Kongress 2008 wurde am Samstag, 26. April in Amsterdam abgehalten. Am Vortag war eine offizielle Diskussionsrunde organisiert, wobei die Teilnehmer in Gruppen diskutierten und dann die Ergebnisse zusammengetragen und im Plenum zusammengefasst  wurden. Diese Ergebnisse finden in einem nächsten Jahr Eingang in den Kongress in Form von Punkten, die von den Kommissionen vorbereitet werden müssen.

Diskussionsthemen am Freitag:

-          warum kommen nicht mehr Länder zu den WM/EM-Turnieren

-          warum hat es Länder die früher aktiv waren, in letzter Zeit aber fehlen

-          Entwicklung bezüglich der Junioren

Die Diskussion ergab eindeutig, dass die Teilnahme für alle Länder ein finanzielles Problem ist. Wir haben zwar heute 53 Länder, aber viele davon existieren praktisch nur auf dem Papier oder sind noch dermassen in der Entwicklung, dass sie nicht echt als Seilziehnationen gezählt werden können. So wurde zum Beispiel am Kongress neu die Nation Laos und Brunei (ein Sultanat bei Borneo) in die TWIF aufgenommen, aber in Brunei ziehen die Teams mit 15 Athleten und barfuss! Diese Situation ergab sich, weil die TWIF krampfhaft versucht auf die Zahl von über 50 Nationen zu kommen um die olympische Anerkennung nicht zu verlieren!

Da die Teilnahme an den Turnieren für Mannschaften teuer ist war der Konsens der, dass in Zukunft alle 2 Jahre eine WM stattfinden soll und in den Zwischenjahren eine EM oder Africa-Cup oder panamerikanische oder panasiatische Spiele stattfinden sollen. Ein Alternativvorschlag betreffend WM nur alle 4 Jahre wurde verworfen, da dies ein zu langer Zeithorizont wäre um ein Team aufzubauen. Es wurde auch erklärt, dass nach einer ersten Teilnahme eines Teams nach einer langen Reise und schlechtem Resultat (weil noch zu schwach) Teams erst wieder eine teure Reise unternehmen, wenn eine gewisse Chance besteht. Der zweite Konsenspunkt war, dass es günstiger ist einen Coach oder Trainer in ein Tauzieh-Entwicklungsland zu senden um dort gute Teams aufzubauen, als diese Teams bei hohen Kosten für sie quasi zu verheizen. Auch für uns, als eines der reichsten Länder, wäre es finanziell ein Problem innerhalb von 6 Jahren jedes Jahr nach Amerika, Südafrika, Japan, China etc. zu fliegen – also bleibt alles beim Alten!

Bezüglich der Junioren unter 19 Jahren (hier war man einhellig der Meinung, dass diese Alterslimiten nicht immer wieder geändert werden sollten) waren alle Länder der Ansicht, dass diese aus dem EM/WM –Programm entfernt werden sollten um diesen Event nicht zu überladen und um die Junioren nicht mit dem Turnier-Nebeneffekten zu konfrontieren (z.B. Alkohol). Die meisten Länder möchten zwar mehr Juniorenteams aufstellen, aber es soll kostengünstiger sein als an einer normalen EM/WM. Zudem stehen sie dort im Schatten der Erwachsenen. Auch sei die Teilnahme von Junioren oft unmöglich wegen in den verschiedenen interessierten Ländern oft stark abweichenden Schulferienpläne. In Zukunft (nach Schweden!) wird versucht für die unter 19 Jahre alten Junioren in einem GENSB Turnier eine EM/WM zu veranstalten. Die Idee ist nun, dass während 5 Jahren (in der GENSB-Organisation sind 5 Länder involviert) ein GENSB-Turnier mit WM stattfinden soll, wozu auch alle anderen Länder eingeladen werden. Dies ist eine Idee und muss nun im Rahmen der 5 nationalen Verbände und der GENSB-Organisatoren diskutiert und am nächsten Kongress zur Abstimmung vorgelegt werden. Gewichtsklassen für die Junioren (unter 19 Jahren) wären für Männer 560 kg, Frauen 480 kg.    

Nun zu den wichtigsten Punkten und Abstimmungsresultaten vom Kongress, der Reihe nach, wie sie abgehandelt wurden:

-          die TWIF hat jetzt 53 Mitgliedsnationen, wenn England wie bei den olympischen Spielen als 1 Nation gezählt wird.

-          Für die Akkreditierung muss die Foto der Athleten gross genug sein um eingescannt werden zu können.

-          An der WM 2008 in Schweden wird wieder ein Schiedsrichterkurs für neue internationale Schiedsrichter durchgeführt.

-          Das Magazin der TWIF ist auf der Website abrufbar.

-          Für eine EM/WM müsse mindestens 5 Dopingtests durchgeführt werden.

-          Die Angaben über den Aufenthalt der Athleten, die für die Worldgames selektioniert sind, muss à jour gehalten werden, um auch Dopingtests während des Trainings zu ermöglichen.

-          Zukünftige Meisterschaften:

o    2008 WM    Schweden (Stenungsund)

o    2009 EM    Holland (Assen)

o    2010 WM    Italien (Cesenatico)       Indoor

o    2010 WM    Südafrika (Pretoria)

o    2011 EM    England

o    2012 WM    Schottland                               Indoor

o    2012 WM    Schweiz (Appenzell)

-          World Games 2009 Taiwan (Kaohsiung) Selektion dafür: die besten 6 Mannschaften der WM Schweden in den Gewichstklassen 640 kg und 680 kg Männer (Frauen nur Indoor).

-          In der Zukunft (schon in Schweden!!!) braucht jeder Athlet (auch die Junioren!!) einen Pass. Darüber wurde abgestimmt auf Antrag der belgischen Repräsentantin und internationalen Schiedsrichterin und zugleich Gattin des jüngsten TWIF-ExCo-Mitgliedes!. Die Erklärung ist, dass ID nicht international standardisiert sind, die Pässe aber schon! Zudem kennen die angelsächsischen und afrikanischen Länder und die Asiaten gar keine ID!

-          Junioren dürfen nicht in Elite-Teams ziehen, auch wenn das Land keine eigenen Junioren sonst hat.

-          Bezüglich Mixed-Teams wurde nach einer Einstiegsdiskussion der Auftrag an die technische Kommission weitergegeben im nächsten Kongress einen genauen Vorschlag vorzubereiten, über den abgestimmt werden wird. Die Idee ist, die 560 kg Klasse der Damen durch eine 600 kg mixed (4 Frauen/4 Männer) zu ersetzen. Dies ist aktuell in den USA und Kanada und zum Teil auch in Holland die best frequentierte Klasse mit den meisten Teams. Einerseits könnte Tauziehen damit eine der wenigen Mixed-Sportarten in den World-Games werden (und damit auch interessant für die Olympiade) und andrerseits könnte dies sich breitensportmässig günstig auswirken.

-          An der WM in Schweden werden folgende Kategorien gezogen

o    560, 640, 680, 720 kg Männer

o    520, 560 kg Frauen

o    560 kg Junioren Männer (U19, das heisst bis Ende 18 jährig)

o    600 kg U 23 Männer

o    Keine Damen Junioren / U 23

Bezüglich einer Anfrage meines Vorgängers beinhaltend die abschliessende Qualifikation eines Events im Hinblick auf Organisation/ Unterkunft/ Essen/ Transport etc. wurde nicht abgestimmt oder diskutiert, da von Seiten der TWIF auf die jeweils am Ende einer WM/EM durchgeführte Befragung der Länder verwiesen wurde, die gemäss der präsentierten Tabelle doch ziemlich divergierende Resultate ergab – Achtung vor „Eigengoals“ (!), denn zu diesem Punkt wurde im voraus von einigen Repräsentanten das Essen in Bütschwil kritisiert!!.

Da keine Wahlen anstanden sind dies alle wichtigen Punkte des Kongresses. Erwähnenswert ist höchstens noch die gute Vermögenslage der TWIF, die aber Geld in die Entwicklung des Sportes geben will (zum Beispiel Trainer und Coaches und Material (Seile) in „Entwicklungsländer“ zu senden, sowie Trainings- und Schiedsrichtervideos zu komplettieren.

Rolf Glauser

Internationaler Repräsentant des STV

 

Sins/Hünenberg, 25.05.2008

 

Anhang: Das Weigh-In am Freitagabend wurde von der technischen Kommission als günstig angesehen (auch vom Tagesablauf für die Teams) und wurde von der Mehrheit der Repräsentanten für die Zukunft gewünscht.

Aus medizinischer Sicht muss ich dies auch unterstützen, da es unsinnig ist kurz heruntergehungert und ausgetrocknet einen Wettkampf zu bestreiten.